Allgemein
Das männliche Tier (der Rüde) hat
eine Körperlänge zwischen 48 – 65 cm, wobei 13 –
19 cm auf dem Schwanz entfallen. Beim weiblichen Tier (die Fähe)
beträgt die Körperlänge zwischen 42 – 49 cm,
hier entfallen etwa 11 – 14 cm auf den Schwanz. Die Rüden
erreichen ein Gewicht von 800 – 2000 g. Fähen werden
ca. 600 – 1000 g schwer. Das weibliche Tier bleibt also deutlich
kleiner als das männliche.
Kastration:
Die Fähen (Weibchen) müssen
kastriert werden, um einer Dauerranz und somit einer Östrogenvergiftung
die zum Tode führt vorzubeugen. Auch Rüden (Männchen)
sollten, kastriert werden. Unkastrierte
Rüden haben das starke Bedürfnis zu decken/besteigen.
Sie besteigen dann sogar andere Rüden und kastrierte Fähen.
Das Fell des unkastrierten Rüden wirkt fettig und strähnig.
Über die Haut werden Duftstoffe abgegeben, welche für
die menschliche Nase teilweise sehr unangenehm sind. Des weiteren
markiert der Rüde „sein“ Revier durch absetzen
kleiner Urin-Tröpfchen. Diese werden auf allem und jedem durch
Überkriechen abgegeben, z.B.: Füße, Schuhe, Möbel,
Taschen.
Verhalten:
Frettchen schlafen durchschnittlich 20 Stunden am Tag.
Wenn sie wach sind, sind Frettchen sehr verspielt. Das sieht für
Nicht-Frettchen-Halter teilweise sehr grob aus. Sie jagen einander,
der hintere springt auf den vorderen und beißt ihn in den
Nacken oder in eine andere Körperstelle. Beim Spielen wird
manchmal auch „gegoggert“, so wird der Frettchenlaut
genannt, der Spaß und Freude ausdrückt und wie ein erkältetes
Huhn klingt. Ist kein Spielkamerad greifbar, wird auch der Mensch
zum Spielen aufgefordert, indem diesem in die Beine, vor allem im
unteren Wadenbereich gekniffen/gebissen wird.
Frettchen sind sehr neugierig und untersuchen
alles. Dabei vergreifen sich die Tiere leicht an Gegenständen
wie Taschen, Schuhe oder Blumentöpfe. So werden beispielsweise
Blumen oder andere Pflanzen gern ausgebuddelt, herunter geworfen
und teilweise angekaut. Aus Schuhen werden die Sohlen herausgezogen.
Ein Vorurteil gegenüber Frettchen ist,
dass sie alles anknabbern und annagen. Frettchen sind Raubtiere
und haben ein Raubtiergebiss wie Hund und Katze. In der Wohnung
verlegte Kabel werden in der Regel nicht angerührt. Auch Möbel
werden nicht angeknabbert, jedoch können sie beschädigt
werden, wenn die Frettchen beispielsweise bei Sesseln und Sofas
versuchen, sich am Übergang von Sitz- zur Rückenfläche
einzugraben.
Frettchen werden etwa sechs bis acht Jahre
alt. In letzter Zeit kommt es öfter vor, dass die Tiere bereits
nach etwa vier Jahren sterben. Dies ist auf die wahllose Zucht zurück
zu führen, um beispielseise bestimmte Farb- oder Fellmerkmale
zu züchten.
Unterbrinung:
Frettchen werden oft in Käfigen gehalten. Der empfohlener Platzbedarf
für zwei Tiere ist ein Käfig von mindestens 2 m²
Grundfläche. Bewährt haben sich Zimmervolieren, die mit
Einlegebrettern in mehrere Etagen unterteilt werden. So kann der
Käfig in verschiedene Bereiche unterteilt werden: Schlaf- und
Fressgelegenheit und den Platz zum Abkoten. Die Tiere sollten jeden
Tag mindestens drei Stunden Freilauf erhalten. Alternativ besteht
die Möglichkeit der Wohnungshaltung, dabei haben die Frettchen
die gesamte Wohnung oder nur bestimmte Räume zur freien Verfügung.Frettchen
sind reinliche Tiere. In jedem Zimmer, in dem die Frettchen laufen
gelassen werden, sollten mehrere nach oben offene Katzentoiletten
vorhanden sein. Komplett stubenrein sind Frettchen nicht. Vor allem
beim Spielen kann auch mal ein Haufen daneben gehen. Nach Möglichkeit
sollten verschiedene Spiel- und Klettermöglichkeiten angeboten
werden, z.B. Baumstämme, Hängematten und Röhren.
Sachen aus Weichgummi sollten nicht verwendet werden, da die Frettchen
dieses zerbeißen und verschlucken könnten. Ebenfalls
muss darauf geachtet werden, dass keine gekippten Fenster dem Frettchen
zur Gefahr werden können. Putzmittel, Aschenbecher und alles
was für das Tier giftig sein könnte, muss außer
Reichweite des Frettchens gebracht werden. (Geschlossene Schranktüren
können Frettchen öffnen.) Der Freilauf sollte immer unter
Aufsicht stattfínden, da die neugierigen Tiere sich schnell
in Gefahr bringen können.
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